Verhütung nach einer Fehlgeburt

Kurz erklärt

Nach einer Fehlgeburt kann die Fruchtbarkeit bereits vor der ersten Menstruation zurückkehren. Wenn du eine weitere Schwangerschaft zunächst vermeiden möchtest, lohnt es sich, dich frühzeitig über passende Verhütungsmöglichkeiten zu informieren. Welche Methode infrage kommt, hängt unter anderem vom Verlauf der Fehlgeburt, einer möglichen Behandlung und deiner persönlichen Situation ab.

Verhütung nach einer Fehlgeburt – warum das Thema wichtig ist

Wenn du nach einer Fehlgeburt zunächst nicht wieder schwanger werden möchtest oder nicht sofort wieder schwanger werden darfst, stellt sich häufig früh die Frage nach einer passenden Verhütung. Welche Methode infrage kommt, hängt unter anderem vom Verlauf der Fehlgeburt, einer möglichen Behandlung und deinen persönlichen Wünschen ab. Eine allgemeingültige Empfehlung gibt es nicht. Die Wahl sollte auf die jeweilige Situation abgestimmt werden.

Neben medizinischen Fragen kann eine Fehlgeburt für Frauen und Paare auch emotional belastend sein. Viele Betroffene möchten sich zunächst Zeit für die körperliche und seelische Erholung nehmen, bevor sie eine weitere Schwangerschaft planen.

Wann kann nach einer Fehlgeburt wieder eine Schwangerschaft eintreten?

Nach einer Fehlgeburt kann der erste Eisprung bereits nach kurzer Zeit wieder einsetzen. Wann genau dies geschieht, lässt sich nicht pauschal vorhersagen. Der Zeitpunkt hängt unter anderem davon ab, wie weit die Schwangerschaft fortgeschritten war, ob sie spontan endete oder medizinisch behandelt wurde und wie die körperliche Erholung verläuft.

Wichtig zu wissen: Der Eisprung findet vor der Menstruation statt. Deshalb kann eine Schwangerschaft bereits möglich sein, bevor die erste Regelblutung nach der Fehlgeburt einsetzt.

Wenn du keine Schwangerschaft planst, kann es sinnvoll sein, dich frühzeitig über eine passende Verhütung zu informieren.

Welche Verhütungsmöglichkeiten kommen nach einer Fehlgeburt infrage?

Je nach gesundheitlicher Situation können sowohl hormonelle als auch hormonfreie Methoden gewählt werden. Zu den hormonfreien Möglichkeiten gehören Kondome und das Diaphragma. Daneben kommen langfristige hormonelle Methoden, wie Kupfer- oder Hormonspiralen nicht in Frage, wenn schon bald ein neuer Versuch schwanger zu werden, geplant ist.

Passend ist hier eine leicht zu beginnende und reversible Methode, wie Diaphragma oder Kondome.

Das Diaphragma als hormonfreie Verhütungsoption

Das Diaphragma ist eine hormonfreie Barrieremethode und wird immer zusammen mit einem geeigneten Diaphragma Gel angewendet. Es bildet eine Barriere vor dem Muttermund und erschwert so das Eindringen von Spermien in die Gebärmutter.

Für den Zeitpunkt der Anwendung sind die Gebrauchsanweisung des Diaphragmas sowie gegebenenfalls die Empfehlung deiner behandelnden Praxis zu beachten.

Mehr Informationen findest du in unseren Beiträgen:

Was ist ein Diaphragma?
Für wen eignet sich ein Diaphragma?
Das Diaphragma in Abgrenzung zu anderen Verhütungsmethoden

Wann solltest du nach einer Fehlgeburt ärztlichen Rat einholen?

Je nach Verlauf und Behandlung kann eine ärztliche Nachkontrolle sinnvoll sein. Halte dich dabei an die Empfehlungen deiner behandelnden Praxis.

Unabhängig von der gewählten Verhütungsmethode solltest du ärztlichen Rat einholen, wenn:

  • starke oder länger anhaltende Blutungen auftreten,
  • Fieber, starke Unterbauchschmerzen oder unangenehm riechender Ausfluss bestehen,
  • du unsicher bist, wann Geschlechtsverkehr oder Verhütung wieder möglich sind,
  • sich dein Gesundheitszustand verschlechtert
  • oder du Fragen zu einer weiteren Schwangerschaft oder zur passenden Verhütungsmethode hast.

So können mögliche Komplikationen frühzeitig erkannt und das weitere Vorgehen gemeinsam geplant werden.

Häufige Fragen (FAQ) zur Verhütung nach einer Fehlgeburt

Fazit

Nach einer Fehlgeburt sind verschiedene hormonfreie Verhütungsmöglichkeiten sinnvoll. Welche Methode passend ist, hängt von der weiteren Familienplanung ab.

Das Diaphragma kann eine hormonfreie Verhütungsoption sein. Für seine Anwendung sind die jeweilige Gebrauchsanweisung und eine korrekte Positionierung maßgeblich. Bei Beschwerden oder Unsicherheit solltest du dich an deine behandelnde Praxis wenden.

Hinweis: Kein Verhütungsmittel bietet einen vollständigen Schutz vor einer Schwangerschaft. Wie sicher eine Methode ist, hängt unter anderem von ihrer korrekten und konsequenten Anwendung ab.

Wissenschaftliche Quellen

Autor Martin Kessel

Martin Kessel ist Mitgründer der ProFamilia Vertriebsgesellschaft (1987) sowie Gründer und Geschäftsführer der Kessel Medintim GmbH. Er verfügt über mehr als 45 Jahre Erfahrung im Bereich Verhütung und Verhütungsberatung. Er spielte eine maßgebliche Rolle bei der Markteinführung des Caya® Diaphragmas sowie bei der Entwicklung der Singa® Diaphragmen. Sein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung von Medizinprodukten für die Frauengesundheit, evidenzbasierter Aufklärung sowie der Förderung fundierter Informationen zu Diaphragmen und nicht-hormonellen Verhütungsmethoden.

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