Abgrenzung zu anderen Verhütungsmethoden

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Abgrenzung zu anderen Verhütungsmethoden

Das Diaphragma ist ein hormonfreies Verhütungsmittel mit Barrierefunktion. Es bedeckt den Muttermund und wird in Kombination mit einem Diaphragma Gel angewendet, um das Eindringen von Spermien in die Gebärmutter zu verhindern. 

Als Verhütungsmittel zur Anwendung bei Bedarf unterscheidet sich das Diaphragma in Wirkprinzip, Anwendungsdauer und Handhabung von hormonellen Verhütungsmethoden, Kondomen, Kupferspirale und Hormonspirale, operativen Verfahren sowie natürlichen Methoden der Familienplanung.

Hormonelle Verhütungsmittel

Zu den hormonellen Verhütungsmitteln gehören unter anderem:

  • die „Pille“, die täglich eingenommen werden muss
  • die Hormonspirale, die mehrere Jahre in der Gebärmutter liegt und von einer gynäkologischen Fachperson eingesetzt wird
  • das hormonelle Verhütungspflaster, das regelmäßig erneuert wird und am Körper sichtbar ist
  • der hormonelle Vaginalring, der in der Vagina liegt und in der Regel monatlich gewechselt wird
  • das hormonelle Implantat, das unter die Haut (meist am Oberarm) eingesetzt und nach mehreren Jahren wieder entfernt wird
  • die sogenannte Dreimonatsspritze (Depotmethode), die alle drei Monate intramuskulär verabreicht wird

Hormonelle Verhütungsmittel greifen in die hormonelle Regulation des Zyklus ein und wirken systemisch. Alle hormonellen Methoden:

  • wirken über eine hormonelle Regulation des Zyklus
  • entfalten ihre Wirkung im gesamten Körper
    müssen kontinuierlich angewendet werden – unabhängig vom Geschlechtsverkehr
  • sind in der Regel nach Absetzen bzw. Entfernung reversibel
  • können Nebenwirkungen verursachen, die in der jeweiligen Fachinformation beschrieben sind
  • sind bei bestimmten Vorerkrankungen unter Umständen nicht geeignet
    bieten keinen Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen (STIs)

Das Diaphragma im Unterschied zu hormonellen Verhütungsmethoden

Im Unterschied zu hormonellen Verhütungsmethoden wirkt das Diaphragma lokal, indem es den Muttermund bedeckt. Es ist hormonfrei, greift nicht in den Zyklus ein und wird nur bei Bedarf – also vor dem Geschlechtsverkehr – eingesetzt.

Kondome

Kondome sind Barrieremethoden, die beim Geschlechtsverkehr angewendet werden. Sie:

  • werden über den erigierten Penis gestreift
  • können das Körpergefühl leicht verändern
  • bestehen häufig aus Latex und sind meist mit Silikonöl beschichtet; bei einer Latexallergie können latexfreie Alternativen (z. B. aus Polyisopren) verwendet werden
  • sind auch als sogenanntes „Frauenkondom“ (Femidom) erhältlich, das in die Vagina eingeführt wird
  • sind für den einmaligen Gebrauch bestimmt
  • werden ausschließlich beim Geschlechtsverkehr verwendet
  • sind frei verkäuflich und ohne Altersbeschränkung in Supermärkten, Drogerien, Apotheken und online erhältlich
  • bieten Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen (STIs)

Das Diaphragma im Unterschied zu Kondomen

Im Unterschied zu Kondomen wird das Diaphragma von der Anwenderin in die Vagina eingesetzt und ist bei sachgemäßer Pflege wiederverwendbar. Es wird ebenfalls nur bei Bedarf eingelegt. Da es bereits vor dem Geschlechtsverkehr eingesetzt werden kann, ist keine Unterbrechung im Moment der Intimität erforderlich. 

Je nach Modell ist das Diaphragma frei verkäuflich in Apotheken sowie über autorisierte Online-Shops erhältlich.

Kupferspirale / Kupferkette / Kupferball

Diese Methoden gehören zu den hormonfreien Langzeitverhütungsmitteln, die in die Gebärmutter eingesetzt werden (intrauterine Verhütungsmethoden, IUD). Sie:

  • sind hormonfreie Langzeitverhütungsmethoden
  • werden von einer gynäkologischen Fachperson in die Gebärmutter eingesetzt
  • verbleiben in der Regel mehrere Jahre in der Gebärmutter
  • wirken kontinuierlich in der Gebärmutter und dienen der Verhütung einer Schwangerschaft – unabhängig vom Geschlechtsverkehr
  • sind nach Entfernung grundsätzlich reversibel
  • können bei manchen Frauen mit Veränderungen der Blutungsstärke oder -dauer verbunden sein
  • die Kupferspirale ist T-förmig aufgebaut und gibt kontinuierlich Kupferionen in der Gebärmutter ab
  • die Kupferkette ist eine spezielle Form: Sie besteht aus einem Faden mit Kupferelementen, der in der Gebärmutterwand verankert wird
  • der Kupferball ist eine Variante, bei der sich das Kupferelement in kugelförmiger Struktur entfaltet
  • bieten keinen Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen (STIs)

Das Diaphragma im Unterschied zur Kupferspirale, Kupferkette und Kupferball

Im Unterschied zu Kupferspirale, Kupferkette oder Kupferball ist das Diaphragma eine anlassbezogene Methode. Es wird selbstständig von der Anwenderin in die Vagina eingesetzt, bedeckt den Muttermund und wird nach der Anwendung wieder entfernt. Es wirkt nur während des jeweiligen Geschlechtsverkehrs.

Sterilisation / Vasektomie

Sterilisation und Vasektomie sind operative Verfahren zur Empfängnisverhütung. Sie zielen auf eine dauerhafte Verhütung ab und werden üblicherweise erst dann in Betracht gezogen, wenn die Familienplanung abgeschlossen ist.

Die Vasektomie ist ein operativer Eingriff beim Mann mit dem Ziel einer dauerhaften Empfängnisverhütung. Der Eingriff erfolgt in der Regel ambulant und ist mit den allgemeinen Risiken eines chirurgischen Eingriffs verbunden.

Die Sterilisation der Frau ist ebenfalls ein operativer Eingriff, der ambulant oder stationär durchgeführt werden kann. Sie ist in der Regel invasiver als die Vasektomie und ebenfalls mit operationsbedingten Risiken verbunden.

Beide Methoden sind auf eine dauerhafte Verhütung ausgelegt und bieten keinen Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen (STIs).

Das Diaphragma im Unterschied zu Sterilisation und Vasektomie

Im Unterschied dazu ist das Diaphragma eine reversible Methode. Es benötigt keinen operativen Eingriff und wird von der Anwenderin bei Bedarf selbstständig in die Vagina eingelegt und wieder entfernt. Es  hat keinen dauerhaften Einfluss auf die Fruchtbarkeit.

Natürliche Methoden (z. B. symptothermale Methode, Zyklusbeobachtung, Temperaturmethode)

Natürliche Methoden der Familienplanung beruhen auf Beobachtung von Körperzeichen zur Bestimmung fruchtbarer und unfruchtbarer Tage. Sie:

  • beruhen auf der Beobachtung von Körperzeichen
  • erfordern eine regelmäßige und sorgfältige Selbstbeobachtung, z. B. das Messen der Basaltemperatur, die Beobachtung des Zervixschleims sowie eine kontinuierliche Dokumentation des Zyklus (auf Papier, in einer App oder mithilfe entsprechender Geräte)
  • sind hormonfrei und reversibel
  • erfordern eine konsequente Anwendung
  • erfordern während der fruchtbaren Tage entweder Enthaltsamkeit oder die zusätzliche Anwendung einer Barrieremethode wie eines Diaphragmas oder Kondoms
  • bieten keinen Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen (STIs)

Das Diaphragma im Unterschied zu NFP-Methoden

Im Unterschied dazu wirkt das Diaphragma unabhängig vom Zyklus, da es eine Barriere bildet. Es kann ergänzend eingesetzt werden, beispielsweise beim Geschlechtsverkehr an fruchtbaren Tagen im Rahmen einer natürlichen Familienplanung. Beide Methoden lassen sich kombinieren.

Umweltaspekte von Verhütungsmethoden

Verhütungsmethoden unterscheiden sich auch hinsichtlich ihrer Nutzungsdauer und der verwendeten Materialien. Einmalprodukte wie Kondome werden nach jeder Anwendung entsorgt, während Langzeitmethoden mehrere Jahre im Körper verbleiben.

Hormonelle Verhütungsmittel wirken systemisch im gesamten Körper; hormonelle Rückstände können über das Abwasser in die Umwelt gelangen. In welchem Umfang dies ökologisch relevant ist, wird wissenschaftlich untersucht.

Das Diaphragma ist als wiederverwendbare Barrieremethode für eine mehrjährige Nutzung vorgesehen. Welche Aspekte im Hinblick auf Umwelt oder Nachhaltigkeit individuell besonders relevant sind, kann unterschiedlich bewertet werden.

Vergleichstabelle verschiedener Verhütungsmethoden

Kriterium Diaphragma Pille Kondom Kupferspirale (IUD)  Hormonspirale (IUD) NFP Sterilisation / Vasektomie
Hormonfrei
Produkt mehrfach verwendbar
Nur bei Geschlechtsverkehr erforderlich
Wirkt im gesamten Körper
Schutz vor STI
Ärztliche Verschreibung oder Durchführung erforderlich

✗ (Caya)  

✓ (Singa)
Anpassung

Eigenständig anwendbar

✓ (nach Verordnung)
Langfristige Methode (mehrjährige Wirkung)

Auf dauerhafte (permanente) Verhütung ausgelegt

Reversibel

Hinweise zur Sicherheit

Kein Verhütungsmittel bietet 100 % Sicherheit vor einer Schwangerschaft. Mit Ausnahme des Kondoms schützt keine der genannten Methoden vor sexuell übertragbaren Infektionen (STIs). Die Wahl der geeigneten Methode hängt von individuellen gesundheitlichen Voraussetzungen und persönlichen Präferenzen ab.

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