Wie wird die Wirksamkeit von Verhütungsmethoden untersucht?
In wissenschaftlichen Studien zu Verhütungsmitteln wird häufig unterschieden zwischen:
- typischer Anwendung („typical use“)
- perfekter Anwendung („perfect use“)
Diese Unterscheidung hilft dabei, die Wirksamkeit möglichst realistisch einzuordnen.
Typische Anwendung („Typical Use“)
„Typical Use“ beschreibt die Anwendung unter Alltagsbedingungen. Dabei können beispielsweise Situationen vorkommen, in denen:
- das Diaphragma nicht optimal sitzt
- das Gel vergessen wird
- die Methode nicht bei jedem Geschlechtsverkehr verwendet wird
- Anwendungsfehler passieren
Die Werte für „typical use“ spiegeln deshalb wider, wie eine Methode im realen Alltag funktioniert.
Es liegt also an der Anwenderin oder dem Paar, die Methode Diaphragma so anzuwenden, dass sie sicher ist. Das ist vergleichbar mit dem Vergessen der „Pillen“-Einnahmen, was bei Frauen statistisch betrachtet 2,3 Mal pro Monat passiert bei „typical use“.
Perfekte Anwendung („Perfect Use“)
„Perfect Use“ beschreibt die bestmögliche Anwendung im Alltag.
Beim Diaphragma bedeutet das beispielsweise:
- das Diaphragma wird vor jedem Geschlechtsverkehr korrekt eingelegt
- der Muttermund wird vollständig bedeckt
- ein geeignetes Diaphragma Gel wird verwendet
- das Diaphragma bleibt nach dem Geschlechtsverkehr mindestens sechs Stunden in der Vagina
Wichtig ist jedoch:
„Perfect Use“ bedeutet nicht absolute Sicherheit oder eine fehlerfreie Laborsituation. Auch bei korrekter Anwendung kann keine Barrieremethode eine Schwangerschaft vollständig ausschließen. Kein Verhütungsmittel ist 100% sicher.