Stillen als Verhütung – reicht das aus?
Viele Frauen verlassen sich in den ersten Monaten nach der Geburt auf das Stillen als natürlichen Empfängnisschutz. Tatsächlich gibt es mit der sogenannten Laktationsamenorrhö-Methode (LAM) eine wissenschaftlich untersuchte Form der Verhütung, bei der Stillen unter sehr bestimmten Voraussetzungen einen gewissen Schutz vor einer Schwangerschaft bieten kann.
Diese Methode beruht darauf, dass häufiges und ausschließliches Stillen den Eisprung hormonell unterdrücken kann. Studien zeigen jedoch, dass dieser Schutz nur dann gegeben ist, wenn:
- · das Kind jünger als sechs Monate ist
- · noch keine Menstruation aufgetreten ist
- · das Stillen ausschließlich oder nahezu ausschließlich erfolgt, in kurzen Abständen, auch nachts
Werden diese Voraussetzungen eingehalten, ist das Schwangerschaftsrisiko in den ersten Monaten nach der Geburt gering.
Im Alltag lassen sich diese Bedingungen jedoch nicht immer zuverlässig umsetzen. Stillabstände, längere Schlafphasen des Kindes, Zufütterung oder ein veränderter Stillrhythmus können den Schutz deutlich reduzieren. Zudem kann der erste Eisprung bereits stattfinden, bevor eine Menstruation einsetzt.
Deshalb entscheiden sich viele Frauen für eine zusätzliche Verhütungsmethode, die unabhängig vom Stillverhalten wirkt. Gerade in der Stillzeit sind hormonfreie Verhütungsmittel für viele Frauen interessant, da sie die Milchproduktion nicht beeinflussen.