Diaphragma nach der Geburt

Kurz erklärt

Ein Diaphragma ist ein hormonfreies Verhütungsmittel, das als Barriere wirkt und den Eintritt von Spermien in die Gebärmutter verhindert. Nach einer Geburt kann es erst 6 Wochen nach der Entbindung angewendet werden. Entscheidend ist die individuelle Anatomie, der Zustand des Beckenbodens und die korrekte Positionierung.

Nach der Geburt verändert sich der Körper stark – hormonell, anatomisch und emotional. Gleichzeitig stellt sich für viele Frauen früh die Frage nach einer sicheren, hormonfreien Verhütungsmethode. Das Diaphragma kann dabei eine Option sein.

Verhütung nach der Geburt: eine sensible Phase

Unmittelbar nach der Entbindung beginnt die Rückbildung der Gebärmutter. In dieser Zeit regeneriert sich der Körper. Diese Phase dauert in der Regel etwa sechs Wochen, kann aber individuell unterschiedlich verlaufen.

Wichtig zu wissen: Der erste Eisprung kann bereits vor der ersten Menstruation stattfinden. Eine Schwangerschaft ist also möglich, bevor der Zyklus mit der Menstruation sichtbar zurückkehrt. Deshalb ist eine frühzeitige Auseinandersetzung mit dem Thema Verhütung sinnvoll – auch wenn sich der Körper noch in der Rückbildung befindet.

Bildinfos

stillende mutter
© Adobe Stock

Stillen als Verhütung – reicht das aus?

Viele Frauen verlassen sich in den ersten Monaten nach der Geburt auf das Stillen als natürlichen Empfängnisschutz. Tatsächlich gibt es mit der sogenannten Laktationsamenorrhö-Methode (LAM) eine wissenschaftlich untersuchte Form der Verhütung, bei der Stillen unter sehr bestimmten Voraussetzungen einen gewissen Schutz vor einer Schwangerschaft bieten kann.

Diese Methode beruht darauf, dass häufiges und ausschließliches Stillen den Eisprung hormonell unterdrücken kann. Studien zeigen jedoch, dass dieser Schutz nur dann gegeben ist, wenn:

  • ·       das Kind jünger als sechs Monate ist
  • ·       noch keine Menstruation aufgetreten ist
  • ·       das Stillen ausschließlich oder nahezu ausschließlich erfolgt, in kurzen Abständen, auch nachts

Werden diese Voraussetzungen eingehalten, ist das Schwangerschaftsrisiko in den ersten Monaten nach der Geburt gering.

Im Alltag lassen sich diese Bedingungen jedoch nicht immer zuverlässig umsetzen. Stillabstände, längere Schlafphasen des Kindes, Zufütterung oder ein veränderter Stillrhythmus können den Schutz deutlich reduzieren. Zudem kann der erste Eisprung bereits stattfinden, bevor eine Menstruation einsetzt.

Deshalb entscheiden sich viele Frauen für eine zusätzliche Verhütungsmethode, die unabhängig vom Stillverhalten wirkt. Gerade in der Stillzeit sind hormonfreie Verhütungsmittel für viele Frauen interessant, da sie die Milchproduktion nicht beeinflussen.

Wann ist ein Diaphragma nach der Geburt möglich?

Kurzfassung: Ein Diaphragma kann nach Abschluss der Rückbildung in der Regel etwa 6 Wochen nach der Entbindung als Verhütungsmethode genutzt werden.

Während des Wochenbetts sollte kein Diaphragma verwendet werden, da der Körper in dieser Zeit besonders anfällig für Infektionen ist und sich die anatomischen Verhältnisse noch verändern. Nach Abschluss der Rückbildung (in der Regel nach etwa sechs Wochen) kann ein Diaphragma benutzt werden, sofern keine medizinischen Gründe dagegensprechen.

Mit der Geburt können sich Lage und Form des Muttermundes sowie der Zustand des Beckenbodens verändern. Deshalb ist es wichtig, mit Unterstützung einer Hebamme oder Frauenärztin zu klären, ob das Diaphragma gut liegt.

Häufige Fragen zur Verhütung nach der Geburt

Viele Frauen haben gerade in den ersten Monaten nach der Geburt ähnliche Fragen und Sorgen:

  • ·       Fühlt sich mein Körper nach der Geburt noch „anders“ an?
    Ja, das ist normal. Das Körpergefühl kann sich nach einer Geburt deutlich verändern.
  • ·       Kann ich den Sitz des Diaphragmas noch wie zuvor sicher einschätzen?
    Das erfordert manchmal etwas Übung. Regelmäßige Selbstkontrolle ist besonders in den ersten Monaten nach der Geburt wichtig.
  • ·       Was, wenn ich unsicher bin, ob das Diaphragma noch richtig sitzt?
    Bitte frage deine Hebamme oder Ärztin zur Anwendung des Diaphragmas nach der Entbindung.

Worauf besonders achten bei der Verwendung des Diaphragmas in der Stillzeit?

Beckenboden

Der Beckenboden spielt eine zentrale Rolle für den sicheren Sitz des Diaphragmas. Eine ausgeprägte Schwäche oder Senkung kann die Position beeinträchtigen. Rückbildungsgymnastik ist daher auch im Hinblick auf die weitere Verhütung wichtig.

Sitzkontrolle

Der Muttermund muss vollständig bedeckt sein. Nach dem Einlegen sollte die Positionierung immer manuell überprüft werden.

Verwendung von Diaphragma Gel

Ein Diaphragma wird immer in Kombination mit einem Diaphragma Gel verwendet. Das Gel ist ein wesentlicher Bestandteil der Methode.

Wichtige Hinweise zur Anwendung des Diaphragmas nach der Geburt

Ein Diaphragma ist nicht oder nur eingeschränkt geeignet:

  • In den ersten 6 Wochen nach der Entbindung
  • bei ausgeprägter Beckenbodensenkung (Prolaps) oder Gebärmuttervorfall
  • falls sich das Diaphragma nicht einlegen oder positionieren lässt

Treten Schmerzen, Druckgefühl oder wiederholte Unsicherheit auf, sollte die Anwendung pausiert und fachlicher Rat eingeholt werden.

Häufige Fragen (FAQ)

Fazit

Das Diaphragma kann nach Abschluss der Rückbildung eine hormonfreie Verhütungsmethode mit Barrierewirkung nach der Geburt sein. Voraussetzung sind die korrekte Positionierung und die Anwendung in Kombination mit einem Diaphragma Gel. Kein Verhütungsmittel bietet 100% Sicherheit.

Autor Pavitra Purohit

Pavitra Purohit ist Wissenschaftliche Produktmanagerin bei Kessel Medintim GmbH. Ihre Expertise umfasst medizinische Forschung, Forschung und Entwicklung (F&E), Medizintechnik sowie die wissenschaftliche Begleitung innovativer Medizinprodukte. Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf der Frauengesundheit, insbesondere Diaphragmen und nicht-hormonellen Verhütungsmethoden. Sie verbindet wissenschaftliche Expertise mit evidenzbasierter Healthcare-Kommunikation, um fundierte und verständliche Informationen zu Diaphragmen, nicht-hormoneller Verhütung und Frauengesundheit bereitzustellen.

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